Das Geburtshaus der Schreinerei Welz wird umgebaut

Auf dieser Seite informieren wir Sie laufend über die einzelnen Bauetappen des Umbaus der einstigen Wohnung von Matthäus Welz. Er legte 1884 in der darunterliegenden Werkstatt den Grundstein für unsere Firma. Zudem erzählen wir spannende Anekdoten aus dem damaligen Familien- und Geschäftsleben. Schauen Sie deshalb von Zeit zu Zeit wieder hier vorbei.

Gaststube wird Familienstube

Nach den Kriegsjahren begann das Geschäft zu florieren, sodass die Wirtschaft schliesslich aufgegeben werden konnte. Hugo gestaltete die ehemalige Gaststube daraufhin im Sinne Pestalozzis zu einer gemütlichen Familienstube um. Milli erzählte später, es gäbe keinen glücklicheren Menschen als sie, die nun in einer eigenen Stube sitzen dürfe – neben sich ein Kindlein im Wagen.

Milli und Hugo pflegten ein offenes Haus. Immer wieder fanden Kriegsflüchtlinge, Ferienkinder und zahlreiche Kantonsschüler im obersten Stock ein vorübergehendes Zuhause.

Herausfordernde Zeiten während dem Zweiten Weltkrieg

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 veränderte sich auch der Alltag im Haus grundlegend. Hugo Welz leistete insgesamt eineinhalb Jahre Aktivdienst und konnte nur an freien Wochenenden vereinzelt Schreineraufträge ausführen.

Währenddessen wurde das Haus selbst zum Schauplatz des Militäralltags: Täglich kehrten rund 25 Soldaten zum Essen ein, der Holzboden in der Gaststube wurde mit Stroh vor Nässe geschützt, im Gang richtete der Militärcoiffeur seinen Arbeitsplatz ein und im obersten Stock waren Zimmer an Offiziere vermietet. Während Hugo im Aktivdienst war, führte Milli die Wirtschaft und kümmerte sich gleichzeitig um die beiden Kinder – eine Aufgabe, die ihr in dieser Zeit viel abverlangte.

Erste Einbauten werden montiert

Der historische Schrank mit seinen Bauernmalereien schmückt wieder das Obergeschoss und erinnert an die Geschichte des Hauses, während unsere Montageschreiner die ersten Einbauten der Küche montieren.

Kleiner Auftrag – grosse Liebe

Eigentlich sollte Hugo Welz, Sohn von Matthäus Welz, nur eine Schatulle reparieren. Doch die Rückgabe der Schatulle wurde zum Beginn einer besonderen Geschichte. Bei den Mammutbäumen in Trogen traf er sich mit Milli Schläpfer zur Übergabe. Das Gespräch dauerte so lange, dass Hugo die Schatulle kurzerhand wieder mitnahm – mit dem Vorwand, sie einige Tage später erneut zurückzubringen. Aus einem kleinen Auftrag entstand eine grosse Liebe, die während sechs Jahren im Verborgenen bleiben musste, weil Milli ihre Beziehung während ihrer Haushaltslehre nicht öffentlich machen durfte.

Decke, Wand und Boden

Die erhalten gebliebenen Dielenböden wurden sorgfältig geschliffen, gebürstet und geölt. Sie verleihen den Räumen eine natürliche Wärme und schaffen gemeinsam mit den dezent abgestimmten Farbtönen einen harmonischen Kontrast zu den weissen Wänden und Decken. Die Farbgebung fügt sich bewusst harmonisch ins Gesamtbild ein, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Ein besonderes Gestaltungselement bildet die hochglänzend gestrichene Decke. Durch ihre Reflexion wirkt sie wie ein unscheinbarer Spiegel und lässt die niedrigen Räume optisch deutlich höher und heller erscheinen.

Sämtliche Anstriche wurden mit natürlichen, ökologischen Ölfarben ausgeführt.

Erster Anstrich

Die neue Holztreppe aus Ahorn, welche den Eingangsbereich mit dem Obergeschoss verbindet, ist eingebaut und prägt den Innenraum bereits sichtbar. Gleichzeitig wurden Decken und Wände grundiert und für den späteren Schlussanstrich vorbereitet. Das Badezimmer erhält mit den schlichten, hellblauen Plättli einen modernen Auftritt mit einer feinen Anlehnung an vergangene Zeiten.

Innenausbau in Holz

Nachdem die Wände vollständig gedämmt waren, hat unser Team sie sorgfältig mit einer Dampfbremse luftdicht verklebt. So bleibt die Konstruktion dauerhaft vor eindringender Feuchtigkeit geschützt und ihre Langlebigkeit wird sichergestellt. Anschliessend integrierten Strom- und Haustechnikspezialisten sämtliche Leitungen für Elektro, Heizung und Sanitär, bevor die Wände mit dem neuen Fichtentäfer verkleidet wurden. Damit sind die Innenräume bereit für die nächsten Ausbauschritte und nehmen immer mehr ihre endgültige Gestalt an.

Familienvater, Geschäftsmann und Lehrmeister

Babette und Matthäus Welz-Bruderer bekamen vier Kinder. Neben der Kindererziehung führten sie gemeinsam eine Wirtschaft und den Schreinerbetrieb, in dem auch Lehrlinge ausgebildet wurden.

Jeden Samstag musste die Werkstatt gründlich geputzt werden. Besonders der Spänehaufen unter der Hobelbank wurde nach noch brauchbaren Nägeln durchsucht. Zur Kontrolle warf Matthäus jeweils einen 2-Räppler in die Späne – fand der Geselle die Münze, durfte er sie behalten.

Detailabsprachen direkt auf der Baustelle

Im Rahmen einer Bausitzung trafen wir uns gemeinsam mit der Bauherrin direkt vor Ort, um die nächsten Schritte und wichtige Details zu besprechen. Am improvisierten Besprechungstisch wurden Entscheidungen direkt auf der Baustelle abgestimmt.

Zimmermann Joël Weicken im Porträt

Viele verbinden unsere Schreinerei vor allem mit Möbeln und Innenausbau. Doch auch das traditionelle Zimmermannshandwerk gehört zu unserem Alltag. Joël Weicken, gelernter Zimmermann und seit über fünf Jahren Teil unseres Teams, erzählt von seiner Arbeit, spannenden Projekten und warum er bei uns genau am richtigen Ort ist.

Offene Wohnräume dank neuer Tillböden

Unser Team aus Zimmermännern und Bauschreinern führt mit dem Einbau der neuen Appenzeller Tillböden die Umbauarbeiten weiter. Im Wohnbereich entstand eine Öffnung über zwei Geschosse, wodurch dem neuen Wohnzimmer zusätzliche Raumhöhe und eine grosszügige Wohnatmosphäre verliehen wird. Die alte Bandsäge erhielt wieder ein Dach, während in der ehemaligen «Budik» statische Abstützungen eingebaut wurden. Die Tillböden wurden verschraubt und Wände für die spätere Isolation vorbereitet – dabei stellten insbesondere die schrägen Wände eine besondere Herausforderung dar.

Zwischen Rückbau und Erhalt

In der Demontage- und Auskernungsphase wurden die bestehenden Strukturen freigelegt und für die weiteren Umbauarbeiten vorbereitet. Dabei wurden die zu ersetzenden Böden und Decken ausgebaut. Auch die Decke der Werkstatt wurde entfernt, wodurch die räumlichen Zusammenhänge sichtbar wurden. Gleichzeitig wurde sorgfältig abgewogen, welche vorhandene Bausubstanz erhalten bleiben kann und welche Bauteile ersetzt werden müssen.

Zusätzlich wurden die Innenfenster ausgebaut. Die bestehenden Vorfenster bleiben während der Bauzeit als einziger Schutz erhalten, bis die neuen Fenster eingebaut werden.

Von der Herberge zur Wirtschaft

Matthäus Welz verwandelte die einst von den Walz-Brüdern geprägte Herberge in die saubere und ehrbare «Wirtschaft zum Grütli». Die frühere «Herberge zum Kreuz» hatte er samt Mobiliar und Hausrat von seiner verwitweten Schwiegermutter für 12ʼ000 Franken übernommen.

Im Bild: Matthäus und Babette mit Tochter Anna und Sohn Hugo vor der Wirtschaft

Einblick in die Werkstatt von 1884

Die 1884 von Matthäus Welz eingerichtete Werkstatt befindet sich noch heute im Keller des Wohnhauses. Beheizt wurde sie über den bis heute erhaltenen Holzofen, der zugleich den Haut- und Knochenleim in Kupferkübeln erwärmte. Eine Wand diente der geordneten Aufbewahrung von Werkzeugen und Zwingen und war mit Schubladen für Schrauben und Nägel ausgestattet. Die Bandsäge – ebenfalls selbst gefertigt und noch immer funktionsfähig – wurde bis 1920 mit Fusstritt angetrieben, bevor sie elektrifiziert wurde.

Von der Walz zur Welz und weiter

Matthäus Welz-Bruderer, geboren am 31. Dezember 1858 in Berg bei Friedrichshafen, ging nach seiner Lehre zum Möbelschreiner auf Wanderschaft in Richtung Schweiz. Im Schopfacker in Trogen gelangte er zur damaligen «Herberge zum Kreuz», einem Treffpunkt für reisende Handwerker – und dem Ort, an dem seine Walz ein Ende fand. Im Untergeschoss arbeitete der Schuhmacher Bruderer, dessen Tochter Babette schliesslich der Grund war, weshalb Matthäus blieb. Er heiratete sie 1884 und machte sich im selben Jahr selbstständig – der Grundstein der heutigen Schreinerei Welz war gelegt.

Heute, 142 Jahre später, dürfen wir die ehemalige «Herberge zum Kreuz» und den späteren Wohnbereich von Matthäus und seinen Nachkommen umbauen. Der Wohnteil befindet sich heute im Besitz seiner Urenkelin. Mit grossem Respekt vor der Geschichte und der bestehenden Bausubstanz, die viel handwerkliche Firmengeschichte in sich trägt, erfolgt der Umbau behutsam und sorgfältig.

Einige Impressionen des aktuellen Originalzustands:

Lernen Sie uns kennen

In unserem dreiminütigen Imagefilm zeigen wir Ihnen, wer wir sind und was uns antreibt.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Für neue Projekte haben wir immer ein offenes Ohr. Ob für die Gestaltung, Bauplanung oder Ausführung Ihrer Wünsche – kontaktieren Sie uns per Mail oder telefonisch:

WELZ AG
Bühlerstrasse 10
CH-9043 Trogen
T +41 71 344 19 57
info@welz.ch

Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.